Biografie // Auguste Victoria von Preußen

1858 // geboren am 22. Oktober in Dolzig (Niederlausitz) als älteste Tochter des Herzogs Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein-Sonder­burg-Augustenburg und seiner Frau Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg; verlebte ihre Kind­heit und Jugend in Kiel, Gotha und später auf Schloss Primkenau in Schlesien

1881 // Heirat mit Prinz Wilhelm von Preußen

1888 // Gründung des EKH unter ihrem Pro­tektorat; Krönung zur Deutschen Kaiserin und Königin von Preußen als Ehefrau Wilhelms II.

1899 // Gründung der Evangelischen Frauen­hilfe des EKH unter ihrem Pro­tektorat; Un­terstützung des Evangelischen Kirchen­bau­­ver­eins des EKH durch großzügige Spenden

1914-1918 // Besuch mehrerer Lazarette wäh­rend des Ersten Weltkriegs und karitative Tä­tig­keit

1918 // Exil in den Niederlanden

1921 // Tod im Haus Doorn in den Nieder­landen und feierliche Beisetzung im Anti­ken­tempel in Potsdam

Brief an die Deutsche Kaiserin Victoria
Auguste Victoria von Preußen A.
17. 4. 1888 | Potsdam, EKH

In der Zeit der Hochindustrialisierung entwickelte sich Berlin zum sozialen Brennpunkt mit politscher Sprengkraft. Um die zunehmende „Kirchenflucht“ wissend, wandte sich die Kronprinzessin an die Kaiserin. Auguste Victoria bat sie, Protektorin des EKH werden zu dürfen, da dieser die „Bekämpfung religiös-sittlicher Nothstände unter den großen verarmten Volksmassen in Berlin“ unterstützte.
Beisetzungsfeierlichkeiten der Deutschen Kaiserin
Potsdam, 1921 | Potsdam, GBLP

Diese weit verbreitete Postkarte zeigt den von Menschen umsäumten Trauerzug mit dem Sarg der Kaiserin.
Traueranzeige „Zum Gedächtnis der Kaiserin“
In: Frauenhülfe. Blätter für Frauenarbeit in der evangelischen Gemeinde
Potsdam, April 1921 | Potsdam, EKH

In der Evangelischen Frauenhilfe wurde der Tod der Protektorin Auguste Viktoria sehr betrauert. Die Vereinigung verlor die wichtigste finanzielle Förderin und ihre populäre Leitfigur. Die Kaiserin wurde über ihren Tod hinaus verehrt. Ihr Bildnis durfte in den Räumen der Frauenhilfen nicht fehlen.
Kaiserin Auguste Victoria
In: Paul Cremer (Hg.): Im Dienst der Liebe. 25 Jahre Arbeit des Evangelisch-Kirchlichen Hülfsvereins
Potsdam, 1913 | Potsdam, EKH
Mitgliedskarte der Evangelischen Frauenhilfe
o.D. um 1915 | Potsdam, EKH

Für die 1899 gegründete Evangelische Frauenhilfe übernahm Auguste Victoria das Protektorat. Die Mitgliedskarten der Vereinigung zeigten aus diesem Grund Bildnis und Unterschrift der Kaiserin.
Sigrid Schulz
Potsdam, 1958 | Stralsund, Sigrid Schulz

Sigrid Schulz
Stralsund, 2003 | Stralsund, Sigrid Schulz

HÖRSTATION Sigrid Schulz spricht über die Verehrung Auguste Victorias in der Schwesternschaft der Frauenhilfe
Stralsund, 27.01.2010, Interviewsequenz, 0:32 min.
Auszug aus dem Artikel „Was ist heute des deutschen Landwirtes ernsteste vaterländische Pflicht?“
A. Ehringhaus
In: Frauenhülfe. Blätter für Frauenarbeit in der evangelischen Gemeinde
Potsdam, März 1918 | Potsdam, EKH

Der Autor dieses Artikels forderte wenige Monate vor Kriegsende die Landwirte auf, die Versorgungsengpässe im Kaiserreich zu beheben. Er setzte dabei auf die Popularität der Kaiserin, die er mit den Worten zitierte: „Wer Stadtkinder auf das Land nimmt hilft dem Vaterland durchhalten.“

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