1933 // Kirchenkampf

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Während sich der Bund Deutscher Frauen (BDF) nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 auflöste, um der Gleichschaltung zu entgehen, beschloss der Vorstand der Frau­en­hil­fe die Umbenennung in Reichsfrauenhilfe. Er fand Berührungspunkte zum völkisch-na­tio­na­lis­tischen Frauenbild der Partei, das die traditionelle Rolle der Frau als Mutter betonte. In kirchenpolitischen Fragen kam es zu Konflikten, als der Richtungskampf zwischen den von der NSDAP gestützten Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche die Frauenhilfe erreichte. Obwohl die Leitung der Vereinigung der Bekennenden Kirche nahe stand, vermied sie eine offene Positionierung gegen die Deutschen Christen im Kir­chen­kampf. Die Brandenburgische Frauenhilfe  bemühte sich um Neutralität und rief ihre Mitglieder zum Zusammenhalt in den oft zer­strittenen Gemeinden auf.

Heiliggeistkirche in Potsdam
Max Bauer
o.D., ca. 1928-1944 | Koblenz, BArch
Auszug aus einem Flugblatt
Dagmar von Bismarck, Adolf Brandmeyer
Potsdam, 9. April 1935 | Bielefeld, HBAB

Ende des Jahres 1934 trat die Frauenhilfe der Arbeitsgemeinschaft der missionarischen und diakonischen Werke und Verbände der Deutschen Evangelischen Kirche bei. Sie unterstellte sich damit organisatorisch nicht der Bekennenden Kirche, verdeutlichte aber, dass sie eine Erneuerung von Kirche und Staat allein aus dem Evangelium erwartete. Sie löste sich von der deutsch-christlichen Kirchenleitung.
„Der Bote für die deutsche Frauenwelt“
Potsdam, 29.4.1934 | Soest, Archiv der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.
Rudolf Brinckmeier
Potsdam, 1941 | Berlin, Maria Gronostay

HÖRSTATION: Auszug aus den Memoiren von Pfarrer Rudolf Brinckmeier
Gesprochen von Alexander Bandilla, September 2010, 1:42 min.
Auszug aus einem Protokoll der Vorstandssitzung
Potsdam, 2.10.1934 | Potsdam, BLHA

In der Vorstandssitzung vom Oktober 1934 beklagte die Vorsitzende der Brandenburgischen Frauenhilfe Hildegard von Winterfeld das Hineinziehen der Vereinigung in aktuelle kirchenpolitische Fragen. Jede Zusammenkunft stehe „unter dem Zeichen der Unruhe und der Unsicherheit.“