1902 // Brandenburgische Frauenhilfe

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In der Provinz Brandenburg schlossen sich am 4. März 1902 über 80 bereits bestehende Vereine der evangelischen Frauenarbeit und Zweigvereine der Evangelischen Frauenhilfe zusammen. In den Jahren vor 1914 wuchs die Frauenhilfe wie die gesamte Frauenbewegung. Im Jahr 1910 gehörten 389 Vereine der Brandenburgischen Frauenhilfe an. Während des Krieges gründeten sich über 90 neue Zweigvereine. Damit wurde die Bran­den­bur­gi­sche Frauenhilfe zum größten Provin­zial­ver­band der Vereinigung. Sie förderte in dieser Zeit besonders die Ausbildung freiwilliger Helferinnen für die Krankenpflege. Die an­ge­bo­tenen Helferinnenkurse hatten erzieherischen und missionierenden Cha­rak­ter. Ein zentrales Thema in der Frauen­be­we­gung war das Frauenwahlrecht. Die Frauenhilfe setzte dabei auf Neutralität, obwohl die For­de­rung nach po­litischer Gleichberechtigung zwi­schen der Füh­rung und den lokalen Ver­ei­nen um­stritten war.

Armbinde
Potsdam, o.D., ca. 1902-1927 | Berlin, ELAB
Frauenhilfe Gusow
Gusow, o.D., um 1910 | Berlin, ELAB

Diese Fotografie zeigt die Mitglieder des Zweigvereins in Gusow, eines der 389 Vereine, die 1910 der Brandenburgischen Frauenhilfe angehörten. Der Provinzialverband organisierte in den Anfangsjahren beispielsweise Hilfe für Heimarbeiterinnen und junge Mädchen sowie Erholungsangebote für Kinder und erwerbstätige Frauen. Die von der Frauenhilfe angebotenen Kurse hatten erzieherischen und missionierenden Charakter.
Auszug aus dem Bericht über die konstituierende Versammlung der Brandenburgischen Frauenhilfe
Potsdam, 1902 | Potsdam, EKH

Die konstituierende Versammlung fand in der Potsdamer Zentrale des EKH am Königlichen Wäldchen (heute Leistikowstraße) statt. Die Teilnehmer wählten einen Vorstand und beschlossen die Satzung. Erster Vorsitzender der Brandenburgischen Frauenhilfe sowie des Provinzialverbandes des EKH war Landesdirektor Otto von Manteuffel.
Karte der Kreisverbände der Brandenburgischen Frauenhilfe
o.D., um 1927 | Berlin, ELAB

Mit der Bildung von Kreisverbänden schuf die Leitung der Vereinigung eine übersichtliche Organisationsstruktur. Sie waren dem Provinzialverband untergeordnet. Zu den ersten Kreisverbänden zählten in den Regierungsbezirken Frankfurt/Oder und Potsdam die Kreise Niederbarnim, Westprignitz, Cottbus-Land, Osthavelland, Spremberg und Alt-Schwiebus.

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