1914 // Erster Weltkrieg

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Die Brandenburgische Frauenhilfe begrüßte wie große Teile der deutschen Bevölkerung den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Sie rief ihre Mitglieder zur Zeichnung von Kriegs­an­lei­hen und zur Sammlung von Lebensmitteln, Verbandsmaterial und Geld für Soldaten auf. Frauen nähten Schuhe und Kleidungsstücke für Soldaten und sozial Schwache. Sie ver­sorgten in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz oder dem Vaterländischen Verein Sol­da­ten auf Bahnhöfen oder in Lazaretten. Kir­chen­kollekten wurden für die Betreuung von Kriegs­witwen und Hinterbliebenen verwendet. Im Jahr 1916 schlossen sich die Provinzialverbände zu einem vom Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein rechtlich unabhängigen Gesamtverein zu­sam­men. Die konservative Position zum Frau­en­wahl­recht setzte sich durch.

Frauenhilfe Gusow im Ersten Weltkrieg
Gusow, o.D., um 1915 | Berlin, ELAB

Mitglieder des Zweigvereins in Gusow wuschen die Wäsche von Soldaten, die in der Nähe stationiert waren.
Auszug aus dem Jahresbericht 1914/15
Johannes Lux
Potsdam, 1915 | Potsdam, EKH

Im Gegensatz zum EKH erfuhr die Arbeit der Brandenburgische Frauenhilfe „infolge des Krieges eine weitere Ausdehnung und Vertiefung“. In den Jahren 1914 und 1915 gründeten sich über 90 neue Zweigvereine, die Zahl der Mitglieder stieg auf 60.000.
„Der Bote für die deutsche Frauenwelt“
Potsdam, August 1914 | Soest, Archiv der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.

In den Beilagen des Sonntagsblatts der Frauenhilfe baten die Zweigvereine während des Krieges um „Liebesgaben“ für die Armee und verarmte Familien.
Schuhnähkurs der Frauenhilfe Neukölln
Neukölln, 1915 | Berlin, ELAB

Das Foto zeigt Teilnehmerinnen eines Schuhnähkurses in Neukölln. Die Anfertigung von Schuhen und Kleidungsstücken für Soldaten und Hilfebedürftige stellte einen wichtigen Aufgabenbereich der Brandenburgischen Frauenhilfe dar. Neukölln gehörte, wie zahlreiche andere Orte vor der Eingemeindung nach Berlin, zum Territorium der Provinz Brandenburg.
Ankündigung der Kirchenkollekte für die Brandenburgische Frauenhilfe
Joachim von Winterfeldt, Helene von Manteuffel
Potsdam, Dezember 1915 | Potsdam, EKH

Die Mittel dieser Kirchenkollekte sollten für die Betreuung von Kriegswitwen und Hinterbliebenen verwendet werden. Die Evangelische Frauenhilfe gehörte zu einer der wenigen Organisationen, die sich für diesen Personenkreis einsetzte. In der Gemeinde Wittenberge übernahmen die Mitglieder beispielsweise Patenschaften für Kriegswaisen.