Orte // Augustastraße 18-19

Die Brandenburgische Frauenhilfe kaufte aus Mitgliederspenden zwei freistehende Villen in der Augustastraße 18/19 (heute Wein­berg­straße). Diese boten ausreichend Raum für Mitgliedertreffen, Versammlungen, Ge­schäfts­stelle und die Schwesternschaft. Der große terrassenförmige Garten diente der Erholung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste das repräsentative Anwesen vor der Beschlagnahmung durch die Rote Armee bewahrt werden. Auf Initiative von Pfarrer Gerhard Schröder wurden die Gebäude in ein Behelfskrankenhaus umgewandelt. Bis heute führt die Frauenhilfe dort ein evangelisches Krankenhaus.

Haube einer Vollkrankenschwester des Evangelischen Krankenhauses in der Weinbergstraße in Potsdam
o.D., um 1970 | Potsdam, Erika Lehmann
Postkarte einer Kursteilnehmerin an ihre Schwester Mina Truppel
Potsdam, 1.1.1933 | Potsdam, GBLP, Sammlung Hellenthal

Im Heimathaus der Frauenhilfe fanden regelmäßig Müttererholungskurse statt. Eine Teilnehmerin schreibt ihrer Schwester: „Ich war […] 3 Wochen in untenstehendem Heim zur Erholung u[nd] habe 7 [Pfund] dort zugenommen. Seit dieser Zeit bekomme ich meine Migräne nicht mehr so oft.“
Heimathaus der Brandenburgischen Frauenhilfe in Potsdam, Augustastraße 18/19
Potsdam, o.D., um 1940 | Potsdam, GBLP, Sammlung Hellenthal

Über den Einzug im Sommer 1932 berichtete die Verbandszeitschrift: „Die Frauenhilfsfahne weht über dem neuen Heim. Sie grüßt alle, die vom Brandenburger Tor oder durch die Augustastraße ihren Weg zum Heimathaus nehmen, schon von weitem mit ihrem leuchtenden Blau, und beherrscht das neue Grundstück unserer Brandenburgischen Frauenhilfe.“
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FILMAUSSCHNITT
Mitglieder der Brandenburgischen Frauenhilfe im Garten des Heimathauses in der Augustastraße

o.D., ca. 1930-1938, 2 min | Berlin, ELAB
Wohnzimmer im Heimathaus
Potsdam, o.D., um 1940 | Berlin, ELAB
Andachtsraum im Heimathaus
Potsdam, o.D., um 1943 | Berlin, Maria Gronostay

Die Villa in der Augustastraße 18 nutze die zeitweise unter der Leitung von Leonie von Schierstaedt stehende Schwesternschaft als Mutterhaus. Durch tägliche Andachten und Festgottesdienste wurde der Andachtsraum zum geistlichen Zentrum für Schwestern, Mitarbeiter und Gäste der Brandenburgischen Frauenhilfe.