Arbeitsfelder // Fürsorge

Die Brandenburgische Frauenhilfe organisierte laut ihrer Satzung die „Liebesthätigkeit“ evangelischer Frauen. Die Fürsorge in den städtischen und ländlichen Gemeinden sollte das weit verbreitete soziale Elend bekämpfen und die Menschen wieder stärker an die evangelische Kirche binden. Mitglieder und angestellte Gemeindeschwestern widmeten sich der Armen- und Krankenpflege. Die Zweigvereine der Frauenhilfe unterhielten Kinderkrippen und Kleinkindschulen. Sie finanzierten spezielle Angebote im Bildungs- und Erziehungsbereich sowie den Bau von Gemeindehäusern und Erholungsheimen.

Kindernot auf dem Lande und ihre Bekämpfung
In: Frauenhülfe. Blätter für Frauenarbeit in der evangelischen Gemeinde
Potsdam, März 1921 | Potsdam, EKH

In der Verbandspublikation wird ein Vortrag über Kinderarmut auf dem Lande, einem großen Problem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, kommentiert. Den Frauen wird als wichtige Mahnung auf den Weg gegeben: „Frauenhülfen, richtet Mütterabende ein, haltet Lehrgänge in Säuglings- und Kleinkindpflege, seht zu, ob ihr nicht, wenigstens im Sommer, Kindergärten oder Kleinkinderschulen einrichten müßt, besprecht immer wieder Erziehungsfragen in euren Versammlungen.“
Klebemarke der Evangelischen Frauenhilfe
Potsdam, o.D., ca. 1899-1927 | Potsdam, Susanne Stich

Die Verwendung dieser Klebemarken konnte nicht mehr geklärt werden. Es ist anzunehmen, dass die Frauenhilfe die Marken als Dankeschön an Spender oder Unterstützer ausgab. Zur Finanzierung ihrer karitativen Tätigkeit war die Frauenhilfe auf Zuwendungen angewiesen. Mehr als 20 Jahre koordinierte Pfarrer Gerhard Hoppe die wirtschaftliche Unterstützung der Frauenhilfsarbeit durch den EKH. Diese Mittel reichten aber ebenso wie die Beträge aus Kirchenkollekten nicht aus.
BILDERSERIE
o.D., um 1927 | Stralsund, Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam-Stralsund

Diese Serie großformatiger Fotografien aus den 1920er Jahren hing im Mutterhaus der Brandenburgischen Schwesternschaft. Sie dokumentiert verschiedene Wirkungsbereiche und Arbeitsfelder der Brandenburgischen Frauenhilfe (Gemeindehaus in Werben, Jungmädchenverein, Kinderkrippe, Kindergarten, Schneiderei, Strickschule).

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