Arbeitsfelder // Schwesternschaft

Aus der Tätigkeit der Freiwilligen Helferinnen im Bereich der Krankenpflege erwuchsen die Schwesternschaften der Frauenhilfe. 1921 grün­dete sich die Schwesternschaft der Evan­gelischen Frauenhilfe in Brandenburg. Sie nahm unverheiratete evangelische Frauen im Alter zwischen 19 und 35 Jahren auf und bot ihnen eine Berufsausbildung mit an­schlie­ßen­der Anstellung. Die 27 Schwestern standen unter der Führung einer Leitenden Schwester oder einer Oberin. Mitte der 1930er Jahre schlossen sich die Schwesternschaften im „Mutterhausverband der Evangelischen Reichs­frau­en­hilfe“ zusammen. Zu ihren Aufgaben gehörten die Fürsorge für Hilfebedürftige in der Gemeinde bzw. der Dienst in sozialen und medizinischen Einrichtungen.

„Schwester werden?“
Rudolf Brinckmeier
In: Deutsche Mädchenzeitung. Organ der evangelischen Jungfrauenvereine Deutschlands
Berlin, August 1939 | Berlin, Maria Gronostay

Die Schwesternschaft kämpfte mit Nachwuchsproblemen. Das sich verändernde Frauenbild und die antikirchliche Politik der Nationalsozialisten ließen den Eintritt in eine Schwesternschaft wenig attraktiv erscheinen. Der Vereinsgeistliche Rudolf Brinckmeier warb in seinem Zeitungsartikel für die Arbeit als Schwester.
Puppen in Schwesterntracht
Annelene Linke
Stralsund, o.D., um 2006 | Stralsund, Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam-Stralsund

Diese Puppen erinnern an die Geschichte der Schwesternschaft. Sie zeigen die Kleidung der Brandenburgischen Frauenhilfsschwesternschaft aus der Zeit vor 1969. Dazu gehörten blaue Arbeitskleider aus einfachem Stoff sowie ein schwarzes Sonntags- und Festtagskleid. Die Schwesternhaube wurde mit einer Schleife verknotet, die die Schwestern scherzhaft „Kussbremse“ nannten.
Schwesternschaft der Brandenburgischen Frauenhilfe
o.D., um 1925 | Stralsund, Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam-Stralsund

Die Schwesternschaft hatte Verbandsschwestern, Probeschwestern und Lehrschwestern. Sie arbeiteten in Krankenhäusern, der Heimleitung, der Gemeindepflege, im Fürsorgedienst und in der Geschäftsstelle der Brandenburgischen Frauenhilfe. Eine Schwester, Irene Moeller, leistete ihren Dienst in einer Missionsstation in China. Einmal jährlich trafen sich die Schwestern der Brandenburgischen Frauenhilfe anlässlich des Schwesterntages. Nach einem erfolgreichen Arbeitsleben zogen sich die „Feierabendschwestern“ in das Heimathaus der Brandenburgischen Frauenhilfe zurück.
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FILMAUSSCHNITT
Schwestern der Brandenburgischen Frauenhilfe anlässlich des Schwesterntags im Heimathaus in der Augustastraße und während eines Ausflugs nach Paretz

Potsdam, ca. 1930-1938, 2 min | Berlin, ELAB
Rudolf Brinckmeier
Potsdam, 1941 | Berlin, Maria Gronostay

HÖRSTATION: Auszug aus einer Predigt von Rudolf Brinckmeier anlässlich des Schwesterntags
Gesprochen von Alexander Bandilla, September 2010, 1:52 min.

Sigrid Schulz
Potsdam, 1958 | Stralsund, Sigrid Schulz

Sigrid Schulz
Stralsund, 2003 | Stralsund, Sigrid Schulz

HÖRSTATION Sigrid Schulz spricht über die Schwesternschaft der Frauenhilfe
Stralsund, 27.01.2010, Interviewsequenz, 2:06 min.