Biografie // Gerhard Hoppe

1878 // geboren als Sohn Theodor Hoppes (Leiter des Oberlinhauses in Nowawes bei Potsdam) und seiner Frau; nach dem Abitur in Potsdam Studium der Theologie und Philosophie in Berlin, Tübingen und Greifswald

1901 // Tätigkeit am Sophien-Realgymnasium in Berlin

1907 // Hilfsprediger der Heiliggeistkirche in Potsdam

1908 // Hilfsprediger beim Engeren Ausschuss des EKH, später dritter Geschäftsführer und Redakteur der Zeitschrift „Frauenhilfe“

1913 // Bezug der Dienstwohnung in der Cecilienstraße 3 in Potsdam

1932 - 1949 // alleiniger Geschäftsführer des EKH, Beendigung der Tätigkeit für die Evan­gelische Frauenhilfe

1933 // Arbeit als theologischer Haupt­referent beim Deutschen Evan­gelischen Männerwerk

1949 // Ruhestand

1959 // Tod in Potsdam

Lebenslauf für den Antrag auf Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer
Potsdam, 23.1.1940 | Berlin, BArch

Als verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift „Frauenhilfe“ und Herausgeber zahlreicher Schriften zum Kirchlichen Männerdienst prägten seine konservativen Vorstellungen auch den Charakter der Verbandspublikationen. Um weiterhin publizistisch tätig sein zu können, beantragte er die Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer. Er unterstrich seine Gegnerschaft zur Bekennenden Kirche und verwies, da er nicht Mitglied der NSDAP war, auf seine Mitarbeit in Gliederungen der Partei. Sein Antrag wurde dennoch abgelehnt und als Begründung vermerkt, dass er nur „nebenberuflich schriftstellerisch“ tätig sei.
Würdigung zum 25. Dienstjubiläum
In: Frauenhilfe. Blätter für Frauenarbeit in der evangelischen Gemeinde
Potsdam, Mai 1933 | Potsdam, EKH

Kein anderer Mitarbeiter war so lange für den EKH und die Evangelische Frauenhilfe tätig, wie Gerhard Hoppe. Nach 41 Dienstjahren ging er in den Ruhestand. Er hatte die Geschäfte beider Vereinigungen und ab 1932 die des EKH vom Kaiserreich bis in die Umbruchszeit nach dem Zweiten Weltkrieg geführt.
Gerhard Hoppe
In: Frauenhilfe. Blätter für Frauenarbeit in der evangelischen Gemeinde
Potsdam, Mai 1933 | Potsdam, EKH
„50 Jahre EKH“
Potsdam, 1938 | Potsdam, EKH

Zum 50. Jubiläum im Mai 1938 verfasste Gerhard Hoppe einen ausführlichen Bericht über den EKH. Er würdigte die verdienstvolle Arbeit der Vereinigung, das Engagement ihrer leitenden Mitglieder und die großen finanziellen Aufwendungen für Hilfebedürftige und den Kirchenbau.
Briefkopf des Kirchlichen Männerdienstes des EKH
Potsdam, o.D., um 1938 | Potsdam, EKH

Bereits in den 1910er Jahren bemühten sich Gerhard Hoppe und andere Theologen darum, Männer für die Gemeindearbeit zu gewinnen. Dabei ging es auch um die Sicherung eines männlichen Führungsanspruchs, den sie durch die große Anzahl der Frauenhilfen und die weibliche Forderung nach Mitsprache gefährdet sahen. Die Arbeit des Kirchlichen Männerdienstes war wenig erfolgreich. Den Männern standen in dieser Zeit im Gegensatz zu den Frauen viele andere Vereine und Berufsorganisationen offen.

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