Biografie // Hans Hermenau

1894 // geboren am 17. Juli in Preußisch-Stargard

1911 // Beginn des Studiums der Theologie in Halle, Breslau und Königsberg

1915-1916 // Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, anschließend Vikar in Hermannsruhe

1920-1932 // Geschäftsführer der Ost­preu­ßi­schen Frauenhilfe und des Ostpreußischen Provinzialverbandes des EKH

1932-1934 // Geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Frauenhilfe in Potsdam

1933 // Mitglied der Glaubensbewegung Deu­tsche Christen und der NSDAP

1934-1945 // Pfarrer an der Potsdamer Hei­lig­geistkirche und Geschäftsführer des Frau­en­dienstes

1946-1948 // Pfarrer in Oberroßbach

1948-1957 // Pfarrer in Idstein (Taunus)

1957-1964 // Pfarrer in Wiesbaden-Biebrich

1967 // Ruhestand

1981 // Tod in Wiesbaden

„An die evangelischen Frauen!“
Hans Hermenau
Potsdam, Juli 1933 | Düsseldorf, AEKIR

Mit diesem Aufruf versuchte Hans Hermenau die Mitglieder auf die nationalsozialistische Regierung einzuschwören: „Möge der neue deutsche Tag ein starkes christliches Frauen- und Müttergeschlecht finden, bereit, sich mit dem Einsatz aller Kräfte und Werte in den Dienst des großen Ganzen zu stellen.“ Der Vorstand der Frauenhilfe wollte den Verein aus den kirchenpolitischen Auseinandersetzungen heraushalten und legte Hermenau deshalb seinen Rücktritt nahe.
Schreiben von Hans Hermenau an den Reichskirchenminister
Potsdam, 23.2.1938 | Berlin, BArch

Hans Hermenau bemühte sich um die Aufwertung seiner Vereinigung auf Kosten der Frauenhilfe, die in seinen Augen „ein gewaltiges Hemmnis für die restlose Erfassung der christlichen Frauenwelt“ im Sinne der NS-Ideologie darstellte. Dennoch war der Frauendienst als christliche Organisation ebenso von der antikirchlichen Politik der NSDAP und der wachsenden Konkurrenz der NS-Frauenorganisationen betroffen, wie die von ihm attackierte Frauenhilfe.
Passfoto Hans Hermenaus aus der NSDAP-Mitgliedskartei
Potsdam, 1935 | Berlin, BArch

Seit Mai 1933 war Hans Hermenau Mitglied der NSDAP. Als Anhänger der Deutschen Christen bemühte er sich, die Evangelische Frauenhilfe auf den Kurs der staatstreuen Reichskirche zu bringen.
„Der Ruf an die deutsche Frau. Blätter für christlichen Dienst“
Hans Hermenau (Hg.)
Potsdam, April 1939 | Berlin, BArch

Hermenau blieb als Pfarrer der Deutschen Christen in Potsdam und gründete 1934 den nationalsozialistisch ausgerichteten Frauendienst als Konkurrenzorganisation zur Frauenhilfe. In der eigenen Verbandszeitschrift polemisierte er gegen die Frauenhilfe.
„An die Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe“
In: Der Bote für die deutsche Frauenwelt
Potsdam, 1932 | Potsdam, EKH

Der Wechsel des engagierten Geschäftsführers der Ostpreußischen Frauenhilfe Hans Hermenau in die Potsdamer Verbandszentrale wurde den Mitgliedern 1932 freudig verkündet. Kurze Zeit später war Hans Hermenau wegen seiner bejahenden Haltung zum Nationalsozialismus sehr umstritten.

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