Biografie // Rudolf Brinckmeier

1906 // geboren am 1. Oktober in Holzminden

1932 // Pfarrer in Vorwohle (Weserkreis)

1933 //  Eintritt in die NSDAP

1937-1941 // Zweiter Vereinsgeistlicher der Evangelischen Frauenhilfe in Potsdam, lei­ten­der Redakteur der Zeitschrift „Der Bote für die deutsche Frauenwelt“

1938 // Vertretungsweise Geschäfts­führender Pfarrer der Brandenburgischen Frauenhilfe

1941 // Gefreiter im Zweiten Weltkrieg, nach der Entlassung Pfarrer der Garnisonkirche Pots­dam im Nebenamt

1942-1946 // Pfarrer der Berliner Frauenhilfe

1946 // Pfarrer in Othfresen

1952-1963 // Direktor des Braunschweiger Pre­di­ger­seminars

1963-1973 // Oberlandeskirchenrat in Braun­schweig

1973 // Ruhestand

1986 // Tod in Braunschweig

Rudolf Brinckmeier mit seinen Kindern Maria und Christoph
Potsdam, 1944 | Berlin, Maria Gronostay

HÖRSTATION Maria Gronostay spricht über ihren Vater Rudlof Brinckmeier
Berlin, 20.7.2010, Interviewsequenz, 1:23 min.
Schreiben von Rudolf Brinckmeier an Friedrich von Bodelschwingh
Potsdam, 4.7.1939 | Bielefeld, HBAB

Rudolf Brinckmeier leitete die Redaktion des „Boten“ bis zur Einstellung der Zeitschrift 1941. Er bemühte sich um Beiträge von Autoren wie Friedrich von Bodelschwingh und schrieb Artikel zu den Themen Mütterarbeit, Bibelarbeit, Kirchenmusik sowie Kinder und Kirche.
Rundbrief von Rudolf Brinckmeier an die Mitglieder der Berliner Frauenhilfe
Berlin, 1.3.1945 | Berlin, Maria Gronostay

Die Reichsfrauenhilfe konnte nach der kriegsbedingten Einstellung ihrer Publikationstätigkeit einen zweiten Vereinsgeistlichen nicht mehr halten. Rudolf Brinckmeier wurde deshalb in den Jahren 1942 bis 1946 Geschäftsführer der Berliner Frauenhilfe. Mit zahlreichen Rundbriefen und ausgewählten Bibeltexten versuchte Rudolf Brinckmeier den Frauen in diesen Zeiten Mut zu machen.
Rudolf Brinckmeier
Potsdam, 1941 | Berlin, Maria Gronostay
Holzkreuz
o.D., um 1940 | Berlin, Maria Gronostay

Dieses Holzkreuz hing in Rudolf Brinckmeiers Arbeitszimmer in der Potsdamer Mirbachstraße 1. Er lebte den Zwiespalt, in dem sich die Frauenhilfe in der NS-Zeit befand. Brinckmeier war seit 1933 Mitglied der NSDAP, was für Verhandlungen der Frauenhilfe mit Behörden von Vorteil war. Gleichzeitig gehörte er der Bekennenden Kirche an und engagierte sich in diesem Sinne in der Potsdamer Heiliggeistgemeinde gegen die Deutschen Christen. Während seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer in Vorwohle war er führendes Mitglied des Braunschweiger Pfarrernotbundes gewesen.
Auszug aus einem Protokoll der Vorstandssitzung der Brandenburgischen Frauenhilfe
Potsdam, 19.1.1938 | Potsdam, BLHA

Die Brandenburgische Frauenhilfe hatte 1937 große Probleme mit ihrem Geschäftsführenden Pfarrer wegen der Veruntreuung von Geldern. Die Reichsfrauenhilfe half den Konflikt zu lösen, indem sie Rudolf Brinckmeier vertretungsweise zur Brandenburgischen Frauenhilfe abordnete. Er übernahm insbesondere die seelsorgerische Betreuung der Schwesternschaft und der Bibelschwestern.
Rudolf Brinckmeier in Uniform
Strausberg, 1941 | Berlin, Maria Gronostay

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurde Rudolf Brinckmeier zur Wehrmacht eingezogen. Als Militärpfarrer im Rang eines Gefreiten ging er später zurück nach Potsdam und übernahm im Nebenamt die Pfarrstelle an der Potsdamer Garnisonkirche.

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