Biografie // Wilhelm Brandt

1894 // geboren am 27. August in Iserlohn; Studium der Theologie, Alten Sprachen und Philosophie in Göttingen und Münster

1914-1916 // Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg

1921 // Pfarrer, später Vorsteher des Dia­konissen Mutterhauses und Privatdozent in Münster

1933-1941 Leiter der Theologischen Schule Bethel, danach Pfarrer der Zionsgemeinde und Leiter des Kandidatenkonviktes in Bethel

1942-1949 // Geschäftsführender Pfarrer der Evan­ge­li­schen Frauenhilfe

1945-1949 // Rückkehr nach Bethel, Dozent an der Theologischen Schule Bethel

1949-1963 // Erster Vorsitzender der Evan­ge­li­schen Frauenhilfe

1950-1963 // Leiter der Westfälischen Dia­ko­nis­sen­anstalt Sarepta in Bethel

1963 // Ruhestand

1973 // Tod in Bethel

Schreiben von Dagmar von Bismarck an Friedrich von Bodelschwingh
Potsdam, 19.1.1942 | Bielefeld, HBAB

Dagmar von Bismarck, Friedrich von Bodelschwingh und Wilhelm Brandt arbeiteten eng zusammen und schafften es, die Frauenhilfsarbeit im Zweiten Weltkrieg fortzusetzen. Nachdem die Zeitschrift „Frauenhilfe“ ihr Erscheinen einstellen musste, kümmerte sich Wilhelm Brandt vor allem um den Ausbau der Bibelarbeit. Er sorgte dafür, dass bis Ende 1944 Kurse in der Bibelschule stattfanden und hielt durch eine rege Reisetätigkeit Kontakt zu den Frauenhilfen im Land.
Gästebuch der Pfarrfamilie Brandt
1941-1970 | Herford, Barbara Hoffmann

Wilhelm Brandt und seine Familie führten in der Potsdamer Mirbachstraße 1 ein offenes Haus mit familiärem Klima auch gegenüber Gästen. Einträge von Gästen der Frauenhilfszentrale wie Dagmar von Bismarck oder der zu dieser Zeit populären Schriftstellerin Gertrud Bäumer zeugen davon. Die tiefen Einschnitte des Krieges spiegeln sich in den Einträgen von Soldaten und Flüchtlingen wieder.
Schreiben von Wilhelm Brandt an den Potsdamer Stadtrat Hartung
Potsdam, 25.8.1945 | Potsdam, BLHA

Ungeachtet der Beschlagnahmung der Zentrale bemühte sich Wilhelm Brandt um die Fortsetzung der Frauenhilfsarbeit. Wie er an den Stadtrat schrieb, war dafür die Wiederaufnahme des Postverkehrs unverzichtbar. Noch war unklar, wie viele Mitglieder den Krieg, Flucht und Vertreibung überlebt hatten.
Wilhelm Brandt
Bielefeld, 1955 | Bielefeld, Anneliese Schildmann
Schreiben des Reichskirchenministeriums an die Reichsschrifttumskammer
Berlin, 26.5.1941 | Berlin, BArch

Vor allem wegen seiner Zugehörigkeit zur Bekennenden Kirche stufte das Reichskirchenministerium Wilhelm Brandt „in staatspolizeilicher Hinsicht“ als „unzuverlässig“ ein. Der Theologe übernahm wenige Monate später die Geschäftsführung der Reichsfrauenhilfe. Er brachte die kirchenpolitischen Positionen der Bekennenden Kirche im Sinne Bodelschwinghs aus Bethel mit.
Wilhelm Brandt mit seiner Familie
Potsdam, 1943 | Herford, Barbara Hoffmann

Anneliese Brandt
Berlin, 1945 | Herford, Barbara Hoffmann

Anneliese Schildmann
Bielefeld, 2009 | Herford, Barbara Hoffmann

HÖRSTATION Anneliese Schildmann spricht über ihren Vater Wilhelm Brandt
Bielefeld, August 2009, Interviewsequenz, 1:41 min.

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